Deutscher Windenergiemarkt wächst wieder
Windkrafttechnik - Eine positive Bilanz für das Windkraftjahr 2011 haben in Berlin der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) und der Bundesverband Windenergie (BWE) gezogen. Beide Organisationen berichteten von einem "deutlichen Wachstum". Der deutsche Windmarkt verzeichnete im Jahr 2011 wieder ein deutliches Wachstum. Da teilten Vertreter des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) und des Bundesverbandes Windenergie (BWE) im Rahmen einer Presskonferenz in Berlin mit. Damit habe sich die bereits zu Beginn des Jahres getroffene Annahme beider Verbände, dass sich der deutsche Markt nach einem schwachen Jahr 2010 erholen würde, bestätigt.
Quelle: Vogel Business Media GmbH & Co.KG, Autor: Jürgen Schreier
Zuwachs lag 2011 bei bei fast 40%
Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurden 2011 in Deutschland 895 (2010: 754) Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2007 (2010:
1551) Megawatt neu installiert. Das sind 456 MW mehr als 2010, was einem einem Zuwachs von 30% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Weil aber die Datenerhebung der europäischen Windstatistik angepasst werden soll, werden nach Aussagen der Verbände zukünftig nur noch an das Netz angeschlossene Anlagen berücksichtigt. Betrachtet man die an das Netz angeschlossene Leistung von 2086 Megawatt in 2011 gegenüber 1493 Megawatt in 2010, so liegt der Zuwachs bei fast 40%.
„Dieses Ergebnis zeugt von Kontinuität und Zuverlässigkeit beim Ausbau der Windenergie in Deutschland. Das ist auch die Basis für weitere Erfolge auf den Exportmärkten in Europa und weltweit. Allerdings muss in Zukunft stärker im Gesamtsystem gedacht werden. Der weitere Ausbau der Windenergie ist ohne den gleichzeitigen Umbau der Energieinfrastruktur wie zum Beispiel Netze und Speicher Makulatur“, sagt Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems.
Repowering wird langsam zum Trend
Der Deutsche Windenergiezubau liegt voraussichtlich im Trend des Weltmarktes. In 2011 könnten die prognostizierten 40.000 Megawatt um rund 2000 Megawatt überschritten werden. Fast die Hälfte davon wurde - wie auch schon 2010 - in China installiert. „Die Deutschlandzahlen belegen: Im Bereich der Windenergie funktioniert das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Stabile Rahmenbedingungen sorgen auch für einen stabilen Ausbau der Windenergie in Deutschland.
Die vorliegenden Power-Systems-Aufstellungszahlen weisen auf diverse positive Trends hin. So zieht das Repowering endlich an. Hier ist seit einigen Jahren eine stetige Steigerung zu vermerken, in diesem Jahr sogar um 30%. "Damit wird das Repowering zu einer relevanten Größe für die Neuinstallationen“, betont BWE-Präsident Hermann Albers. Im Jahr 2011 wurden 170 alte Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 123 Megawatt durch 95 neue Windkraftsysteme mit einer installierten Leistung von 238 (2010: 183) Megawatt ersetzt.
Im Offshore-Geschäft langfristig denken
Offshore wurden in Deutschland 2011 108 (2010:50) Megawatt ans Netz angeschlossen. Ende 2011 waren damit rund 200 Megawatt in Summe am Netz. „Es muss immer wieder herausgestellt werden, dass es sich bei dem Offshore-Geschäft um langfristig geplanten Großanlagenbau handelt, der anderen Gesetzen gehorcht als das Onshore-Geschäft. So werden zum Ende des Jahres 2012 10 Offshore-Windparks mit einer Leistung von mehr als 2000 Megawatt mit einem gesicherten Auftragsvolumen in Höhe von rund 7 Mrd. Euro im Bau sein. Um diese Parks zu erfolgreichen Geschäftsmodellen und weitere Parks auch Realität werden zu lassen, ist die Planungssicherheit bei der Netzanbindung eine ganz wesentliche Voraussetzung“, hebt VDMA-Mann Herdan hervor.
Auch die Südlichter setzen auf die Kraft des Windes
„Eine weitere positive Entwicklung ist, dass sich erstmals mit Rheinland-Pfalz und Bayern zwei süddeutsche Bundesländer unter den Top 5 der Zubauzahlen befinden. Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund jüngster Entwicklungen in Süddeutschland diese Entwicklung fortsetzen kann. Aufgrund komplexer Genehmigungsverfahren werden politische Entwicklungen des vergangenen Jahres wie in Baden-Württemberg und Bayern sich erst langsam in den Zahlen niederschlagen“, erläuterte Albers.
Autor: Jürgen Schreier
Quelle: Vogel Business Media GmbH & Co.KG


